Spezialitäten Instantkaffee

Es gibt eben nichts, was es nicht gibt.

Zugegeben ich musste etwas schmunzeln, als ich auf Instagram einen Post von The Barn sah. Ich dachte erst an Zigaretten mit Kaffeegeschmack – aber das neue Produkt ist tatsächlich Spezialitäten Instantkaffee. In den USA schon von vielen Röstereien angeboten, wagt sich jetzt auch The Barn daran. Es soll eine Alternative fürs Reisen sein, wenn man kein Kaffee Equipment bei sich hat, aber nicht auf seinen Spezialitäten-Kaffee verzichten möchte. Der Kaffee wird in kleinen Mengen geröstet, nach dem Spezialitätenkaffeestandard aufgebrüht und anschließend von Voilà schonend gefriergetrocknet.

 

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Bevor ich den Kaffee probiert hatte, war ich sehr skeptisch. Denn The Barn steht durch und durch für die Third Wave, bei der es um Transparenz, Fairness und beste Qualität geht. Warum also nach der ganzen Mühe den Kaffee gefriertrocknen? Schließlich geht es auch um das Erlebnis der Kaffeezubereitung, die Bohnen selber frisch zu mahlen, danach z. B. mit einem Handfilter aufzubrühen, dabei den Kaffeeduft und das Aufblühen des Kaffees zu genießen und anschließend frisch zu genießen.

Mir ist nicht ganz klar, in welcher Not man sich als Kaffeegenießer befinden muss, um auf Instantkaffee zurückzugreifen. Zugegeben im Zug, Flugzeug, Raststätten oder bei Geschäftsterminen hat man zumindest in Deutschland schlechte Karten guten Kaffee zu bekommen. Die Frage ist, kann man sich vorab zu Hause keinen Kaffee brühen und in einer Thermoskanne mitnehmen? Wie wäre es mit selbstgemachtem Cold Brew oder Cold Drip Coffee to go? Muss man in solchen Situationen Kaffee trinken? Wenn man länger unterwegs ist, gibt es andere Alternativen, die man auch im Handgepäck unterbekommt und frischen Kaffeegenuss versprechen. Und wenn man den Kaffee mal nicht selbst zubereiten kann, macht es auch sehr viel Spaß, Coffeeshops in anderen Städten und Ländern zu entdecken, vorausgesetzt beim Geschäftstermin sind Pausen und ein Ende eingeplant 😉

Geschmacklich lasse ich mich aber gerne eines besseren belehren. Deshalb habe ich den Kaffee natürlich getestet.

Kaffeetest

Im direkten Vergleich habe ich den Bio Fair Trade Instantkaffee von Mount Hagen mit dem Specialty Instantkaffee von The Barn verglichen. Der angebotene Single Origin Kaffee wechselt. Ivory Estate-Kaffee aus Kenia war leider schon ausverkauft. Ich habe „Mohamed Ali natural“ aus Jimma, Äthiopien für 15€ gekauft. Dafür habe ich eine kleine Pappschachtel mit 5 Tütchen bekommen. Nach Adam Riese sind das 3€ für eine Tasse Kaffee – stolzer Preis! Aber hey, dafür wurden die Bohnen aufwendig verarbeitet und die Kaffeesteuer für Instantkaffee ist in Deutschland auch teurer als die für Bohnenkaffee. Zum Vergleich kostet mich ein Mount Hagen Instantkaffee nur 0,15€.

Rein optisch ist der Spezialitätenkaffee sehr viel stylischer und die Verpackung ist kompostierbar. Kommen wir zum Inhalt: Bei Mount Hagen gibt es einen 2g Kaffeekrümel-Blend aus Papua Neuguinea, Honduras und Peru. Bei The Barn bekommt man 4g Single Origin Kaffeepulver aus Äthiopien. Geschmacklich sind also schon aufgrund der Kaffeeanbaugebiete Unterschiede vorprogrammiert.

Die Zubereitung beider Kaffees ist gleich einfach – Krümel bzw. Pulver mit 320 ml heißem Wasser von ca. 80 °C aufgießen und umrühren.

Vom Aussehen nach der Zubereitung kann man auch keine Unterschiede feststellen, geruchstechnisch und geschmacklich bin ich allerdings sehr überrascht! Während der Mount Hagen Instantkaffee den typischen zu dunkel gerösteten muffigen Instantkaffeegeschmack hat, bringt der Spezialitäten Instantkaffee von The Barn tatsächlich einen vollen Körper mit und schmeckt deutlich fruchtiger. Ein Barista wird vielleicht erkennen, dass es sich hier um keinen frisch gebrühten Filterkaffee handelt, aber der Kaffee ist tatsächlich recht lecker und man würde definitiv nicht vermuten, dass es sich hier um Instantkaffee handelt. 3€ ist mir der Spaß dann aber wirklich nicht Wert pro Tasse. Meine empfohlenen Alternativen fürs Reisen findet ihr in meinem verlinkten Artikel.

Kaffeerezepte

Wer den Spezialitäten Instantkaffee nicht nur als Filter-Kaffee-Ersatz trinken möchte, hier ein paar Rezepte aus der ganzen Welt, die traditionell mit Instantkaffee zubereitet werden.

Cafe Frappe aus Griechenland
  • 2 leicht gehäufte TL Instantkaffee in ein Glas geben.
  • 1-2 TL Zucker dazu und gut verrühren.
  • Ein fingerbreit kaltes stilles Mineralwasser dazugeben und mit dem Barmixer aufschäumen bis gut 5 cm hoher, feiner, karamellfarbiger Schaum entsteht.
  • 4-6 Eiswürfeln dazugeben.
  • Das Glas mit kaltem, stillen Mineralwasser vorsichtig auffüllen, um den Schaum nicht zu zerstören.

 

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Phenti Hui aus Indien
  • 2-3 EL Instantkaffee, 2-3 EL Zucker, 1 EL kaltes Wasser cremig und fluffig schlagen.
  • Etwas Kaffeeschaum in ein Glas geben und mit kalter oder heißer Milch auffüllen.
  • Verrühren und einen weiteren EL Kaffeeschaum auf den Kaffee geben.

 

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Dalgona Kaffee aus Korea
  • 2 EL Instantkaffee, 2 EL Zucker und 2 EL heißes Wasser cremig & fluffig schlagen
  • Kalte oder heiße Milch in ein Glas geben und den Kaffeeschaum darüberschichten.

 

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