Instant Kaffee

Nichts für schwache Nerven.

Allein beim Wort Instant Kaffee mag es einigen kalt den Rücken herunter laufen. Mit weltweit über $ 28 Mrd. Marktgröße ist löslicher Kaffee aber definitiv kein Nischenprodukt, sondern macht knapp 1/3 des gesamten, globalen Kaffeekonsums aus. Welche Gründe es gibt diesen Kaffee zu trinken, wie er hergestellt wird und wer’s erfunden hat, darum geht es heute.

5 Fakten

  • Nescafé gibt es seit 1943 in Deutschland und ist die führende Instant Kaffee Marke weltweit.
  • 41% des weltweiten Instant Kaffees werden im asiatisch pazifischen Raum konsumiert.
  • 17% der Deutschen trinken regelmäßig löslichen Kaffee.
  • Bremen ist Spitzenreiter – hier trinkt jeder vierte Instant-Kaffee.
  • In Deutschland ist die Kaffeesteuer für löslichen Kaffee im Vergleich zu Bohnenkaffee doppelt so hoch – 4,78 € je kg

Wie alles begann

  • 1881 vom Franzosen Alphonse Allais erfunden und als Patent Nr. 141520 angemeldet.
  • 1890 wurde es auch vom Neuseeländer David Strang patentiert.
  • 1938 legte das Schweizer Unternehmen Nestlé mit Nescafé den Grundstein für die industrielle Herstellung.
  • Die ursprüngliche Idee war es Kaffee lagerungsfähiger zu machen.
  • Im Zweiten Weltkrieg startete der Siegeszug des Instant Kaffees im Schützengraben, da man tatsächlich nichts weiter als heißes Wasser benötigte.

Herstellung

  1. Sprühtrocknung: In einem Heißluftstrom verdampft das Wasser. Zurück bleibt ein feines Pulver, das leicht befeuchtet und zu lockeren Klümpchen geformt wird (Agglomerieren).
  2. Gefriertrocknung: Der flüssige Kaffee wird bei −40 bis −50 °C gefroren und zerstoßen. Die Kaffeekörnchen werden in einem Vakuum erwärmt, bis das gefrorene Wasser verdampft. Die geläufigere Methode, weil das Aroma besser erhalten bleibt.

Anbieter

Mit jährlich über $ 13 Mio. der mit Abstand größte Produzent von Instant Kaffee ist Nestlé, gefolgt von Jacobs Douwe Egberts, DongSuh Foods Corp., Tchibo und Ajinomoto Co. Inc.

Zubereitung und Geschmack

2 TL Instant Kaffee in die Tasse, heißes Wasser drüber, umrühren fertig. In der Tat, dem Werbeversprechen der schnellen und unkomplizierten Zubereitung wird das Getränk gerecht. Dafür hat ja die Herstellung des Granulats schon lang genug gedauert und einen anständigen CO2 Fußabdruck hinterlassen.

Aber das, worauf es ankommt – der Geschmack – ist eigentlich nur mit Milch und weiteren Ingredienzien erträglich. Mein Testobjekt schmeckt verbrannt und bitter. Das ist sicher auf die recht dunkle Röstung der Bohnen zurückzuführen. Kaffeegenuss Fehlanzeige. Vielleicht ist auch das der Grund, warum die Anbieter von Instant Kaffee neben klassischem Kaffee viele Kaffeemischgetränke anbieten. Ich erinnere mich an den in meiner Jugend sehr beliebten Krüger Cappuccino zurück. Die Zutatenliste mag ich euch nicht ersparen: Süßmolkenpulver, Zucker, löslicher Bohnenkaffee (12%), Kokosfett, Magermilchpulver, Salz, Stabilisator Natriumphosphate. Ich war jung und wusste es nicht besser.

Heute investiere ich lieber eine Minute mehr: Mahle meine Bohnen vom Röster um die Ecke von Hand ,während das Wasser kocht. Kaffeepulver in die Tasse, heißes Wasser drüber, ein paar Sekunden warten, umrühren, Kaffeesatz kurz setzen lassen und fertig. Das ist auch schnell und unkompliziert. Schmeckt aber um Welten besser, hat weniger Kalorien und Acrylamid, ist frei von Zucker und Zusätzen, hat mehr Antioxidantien und Koffein und ist umweltfreundlicher. Der Bohnenkaffee duftet besser und man hat eine schönere Crema.

Machen wir uns aber nichts vor, der weltweit hohe Instant Kaffee Konsum hat nicht nur was mit Bequemlichkeit zu tun. Viele Kaffee anbauende Länder exportieren ihren Rohkaffee und rösten/konsumieren ihn nicht im eigenen Land. Sie importieren verarbeiteten Instant Kaffee wie z. B. in Gabun, Ghana, Togo und der Zentralafrikanischen Republik. Alles eine Frage des Geldes 😉

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