Mission Zero

Weil es immer noch ein Stück nachhaltiger geht!

Sonderlich klein ist der CO2-Fußabdruck von Kaffee ja nicht. Da wird ein Produkt in tropischen Gebieten der Welt angebaut und um die ganze Welt verschifft, um dann hier geröstet, verkauft und getrunken zu werden. Selbst die lokale Rösterei, die direkte Kontakte zu Kleinbauern pflegt, faire Preise für den Rohkaffee bezahlt und lokale Projekte unterstützt, verschifft ihren Rohkaffee in der Regel mit Containern nach Deutschland. Auf Kaffee verzichten möchte aber nicht mal der sich saisonale ernährende Öko-Terrorist aus Berlin Kreuzberg! Gibt es Alternativen zu Containerschiffen?

Containerschiffe

Mehr als 90 % des globalen Welthandels wird über Containerschiffe abgewickelt. Entsprechend sind derzeit über 90.000 Schiffe auf den Weltmeeren unterwegs! Keine andere Branche zerstört das Klima so sehr wie die Hochseeschifffahrt. Allein die 15 größten Schiffe produzieren im Jahr so viele Schadstoffe wie 750 Mio. Autos. Ihr Treibstoff ist Schweröl. Deshalb stoßen die Frachter Unmengen an Schwefeloxiden, Stickoxiden, Rußpartikeln, Schwermetallen und Feinstaub aus. Mit dem Ausstoß von Stickoxiden und Schwefeldioxid übertrifft die Schifffahrt den Luftverkehr übrigens um ein Vielfaches. Notwendige Filter oder Katalysatoren sind trotzdem nicht vorgeschrieben. Die Folgen für Mensch und Natur sind entsprechend katastrophal.

Jedes Jahr kommen so allein in Hamburg 40.000 Container mit Kaffee an. Es gibt aber auch Transport Alternativen – und zwar per Segelschiff!

Transport per Segelschiff

Die 1920 gebaute Avontuur gehört seit 2014 der Timbercoast und transportiert seit 2 Jahren unter deutscher Flagge um die 70 Tonnen Kaffee, Kakao, Gewürze, Tee und Spirituosen. Mit dem Segelschiff werden 90 % weniger CO2-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen Kaffeetransporten erzeugt. Natürlich kostet der Transport deutlich mehr als per Containerschiff. Unerschwinglich wird der Kaffee deshalb aber bei Weitem nicht. 250 g direkt gehandelter Biokaffee kostet zwischen 7,50 € und 9,50 €. Am Ende des Artikels habe ich euch einige Kaffees zum Bestellen aufgelistet. Die aktuelle Nachfrage nach gesegelten Gütern übersteigt aktuell schon die Transportkapazitäten der Avontuur. Ein Ausbau der Flotte ist deshalb schon in Planung.

Die Überfahrt von Mittelamerika über die Azoren nach Hamburg dauert rund 70 Tage. Von dort werden die Kaffeebohnen auf Lastenfahrräder verladen und zum Lager transportiert. Mithilfe von CO2-Zertifikaten werden die danach entstehenden Emissionen für den Weitertransport sowie die Weiterverarbeitung in Deutschland ausgeglichen. Natürlich musste ich solchen Kaffee unbedingt probieren.

Segel-Kaffee

Vor ein paar Tagen war es endlich soweit und der Postbote brachte mir mein erstes Päckchen Kaffee, das über den Atlantik gesegelt wurde. Es ist der Segel-Kaffee von Café Chavalo. 250 g gerösteter Kaffee von nur 30 Sack fair gehandelten Rohkaffee in Bio-Qualität – also eine echte Rarität!

Der Bio-Rohkaffee stammt vom Kooperativen-Verband Tierra Nueva in Nicaragua. Rund 250 Kleinbauern haben sich zu dem Verband zusammengeschlossen, um gemeinsam ihre Ernte zu vermarkten und die Lebensbedingungen auf dem Land zu verbessern. Auf einer Höhe zwischen 700 – 1.200 m kultivieren sie auf kleinen Parzellen in Mischkulturen unter anderem Kaffee, Ingwer und Kurkuma.

Tierra Nueva ist sogar Mitglied der Genossenschaft in Deutschland. Somit können die Kleinbauern in Nicaragua in der Generalversammlung über wichtige Fragen mitentscheiden.

Der Kaffee ist 100 % Arabica und eine Mischung aus den Varietäten Bourbon und Caturra. Empfohlen wird die Zubereitung als Filterkaffee oder mit der French Press. Die Entscheidung fällt mir leicht, denn der Kaffee soll nussig, schokoladig schmecken. Mit der French Press bekommen diese Aromen einfach viel mehr Wumms. Allein schon beim Öffnen der Kaffeepackung bekommt man Lust auf nicht nur eine Tasse. Geschmacklich überzeugt er mich auch – ein typischer Südamerikaner, der dank seiner Intensität auch mit einem Schuss Milch nicht untergeht – lecker! Probiert doch mal selbst. Ich habe euch ein paar gesegelte Kaffees rausgesucht.

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