Kaffee in Gefahr

Ich starte mal mit einer reißerischen Aussage 😉 Unser Kaffeekonsum ist bedroht.
Kaffeebäume benötigen ein ausgeglichenes Klima ohne Temperaturextreme, ohne zu viel Sonnenschein und Hitze. Sie sind sehr anfällig für Schädlinge und Krankheiten, wobei Robusta widerstandsfähiger gegen Parasiten, Krankheiten und Hitze als Arabica ist. Davon bekommt man beim Öffnen der Kaffeepackung ja nichts mit, abgesehen vom Preisanstieg. Deshalb hier eine kleine Übersicht.

Klimawandel

Der Klimawandel hat zahlreiche Umweltveränderungen zur Folge, darunter unvorhersehbare Wetterverhältnisse, das Aufkommen neuer Schädlinge und die schnellere Verbreitung von Krankheiten.

Monokulturen
  • lassen Bodenerosionen entstehen. Das wiederum hat den Rückgang der Artenvielfalt zur Folge.
  • Amerikanische Zugvögel finden in den baumfreien Plantagen keinen Unterschlupf.
  • Die Balance aus Schädlingen und Nützlingen wie beim traditionellen Kaffeeanbau gerät aus dem Gleichgewicht, was wiederum durch umweltschädliche Pestizide versucht wird auszugleichen.
  • Zusammen mit eingesetzten Herbiziden, welche die schützende Vegetationsschicht der Böden vernichten, verschlechtert sich auch die Wasserqualität im Umfeld von solchen Kaffeeplantagen.
  • Ganz klar: Finger weg von Industrie Kaffee!
Kaffeekirschenkäfer
  • ist ein kleiner in Zentralafrika beheimateter Käfer. Von hier wurde er weltweit durch den Menschen in alle Anbaugebiete verschleppt.
  • So ist er inzwischen der am weitesten verbreitete Schädling der Kaffeepflanzen (Arabica und Robusta).
  • Die Weibchen fressen Galerien in das Fruchtfleisch der Kaffeekirschen und legen dort ihre Eier ab. Nach etwa 4 Tagen schlüpfen die Larven und fressen sich weiter durch.
  • Die wirtschaftlichen Schäden werden auf jährlich mehr als $ 500 Mio. geschätzt und bedrohen damit die Lebensgrundlage von mehr als 25 Mio. ländlicher Haushalte.
  • In unbehandelten Kaffeekulturen werden Befallsraten zwischen 60 % in Mexiko, 80 % Papua-Neuguinea und 90 % in Tansania angegeben.
  • Bekämpft wird der Käfer entweder chemisch mit Insektiziden wie Endosulfan und Chlorpyrifos oder biologisch mit Wespen und einem Pilz.
Kaffeerost
  • La Roya, coffee leaf rust, ferrugem do café – ist ein Pilz, der Kaffee-Pflanzen befällt und die gleichnamige Erkrankung auslöst.
  • Die wirtschaftlich leider bedeutendste Kaffee Krankheit.
  • Aus Zentral- und Ostafrika verbreitete sich der Kaffeerost im 19. Jh. in Afrika, Asien und Australien.
  • 1903 tauchte er erstmals in Puerto Rico auf, 1970 auch in Brasilen und von dort verbreitete er sich über Kolumbien nach Mittelamerika.
  • Die Krankheit malt rostfarbene Flecken auf der Blattunterseite der Kaffeepflanzen.
  • Zu Beginn der Regenzeit kann es zu großen Epidemien kommen, da sich die Sporen durch den Aufschlag der Regentropfen rasch verbreiten. Auch Insekten können die Sporen übertragen.
  • Die befallenden Blätter sterben nach kurzer Zeit ab.
  • Die Schäden reichen von 30 – 80 % der Pflanzen bis hin zu kompletten Ernteausfällen.
  • Mehr als die Hälfte der Anbaufläche Mittelamerikas hat der Pilz in 2 Jahren attackiert und nahezu 400.000 Arbeitsplätze ausgelöscht.
  • Kaffeekulturen ohne Schattenbäume lassen sich bei akutem Befall leichter mit Fungiziden wie Kupfersulfat bearbeiten. Kaffee mit Schattenbäumen reduziert die Taubildung auf den Kaffeepflanzen und somit eine größere Ausbreitung.
  • Da Robusta Kaffee nur von einigen wenigen Rostrassen befallen wird, dient sein genetisches Material für die Resistenzzüchtung.
Weitere Kaffeeschädlinge
  • Die Kaffeeratte: ist ein in Südasien verbreitetes Nagetier, das einst ein gefürchteter Kaffeeschädling war. Sie frisst die Knospen und Blüten der Kaffeepflanzen und hat Ende des 17. Jh. auf Sri Lanka ganze Ernten vernichtet.

 

Kaffeerost: (Bildrechte: CC BY 2.5)

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