Kaffee zu Hause rösten

Slow Coffee geht noch viel slower, als ihr dachtet.

Wer richtig viel Zeit mit seinem Kaffee verbringen möchte, der brüht nicht nur mit einem Handfilter, sondern der röstet auch allein. Es gibt in der Tat ein paar schlagende Argumente dafür. Welche das sind, und wie ihr letztendlich euren Kaffee zu Hause rösten könnt, habe ich mal zusammengefasst.

Warum?

  • Für euer Brot und die Pommes habt ihr auch einen Automaten oder Fritteuse zu Hause. Warum also nicht für Kaffee?
  • Es ist günstiger.
  • Frischer geht nicht.
  • Es macht Spaß, sich mit seinem Kaffee zu beschäftigen.

Wie?

Pfanne

Back to the Roots. So wird Kaffee schließlich bis heute bei der äthiopischen Kaffeezeremonie geröstet. Ihr solltet das allerdings entweder draußen oder mit einer guten Lüftung machen, da es schon mächtig riechen kann. Wichtig ist, die Pfanne immer in Bewegung zu halten, um ein gleichmäßiges Bräunungsergebnis zu erzielen. Der Nachteil besteht darin, dass ihr keine wirkliche Ahnung habt, mit welcher Temperatur ihr die Bohnen röstet. Das Ergebnis wird also nicht das Beste aus den Bohnen heraus holen. Wer aber schon einmal an einer äthiopischen Kaffeezeremonie teilgenommen hat, weiß, wie gut der Kaffee schmeckt. Rituale geben eben auch Geschmack.

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Ofen

Auch hier würde wohl jeder Röster die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Aber hey, der Vorteil zur Pfanne: ihr könnt den Temperaturanstieg beim Kaffeerösten regeln. Dafür müsst ihr zwischenzeitlich die Bohnen wenden. Meinen Selbstversuch findet ihr hier.

Röster

Für alle, die eine richtige Kaffeeröstmaschine zu Hause haben wollen, auch das geht mit dem nötigen Kleingeld.

  • Kelvin: Rösten nach Bedarf in Kleinstmengen von 100-120g. Der effiziente Röstzyklus liefert gerösteten Kaffee in weniger als 10 min. Gleichzeitig bekommt man auch eine Auswahl an Rohkaffee aus 12 unterschiedlichen Ländern, die man light, medium, medium-dark oder dark rösten kann. Anschließen kühlt Kelvin die Bohnen. Und schick sieht er dabei auch aus.
  • Sample Roaster: mit 50-300g Chargengröße gibt es z. B. von Probat, Giesen oder Hottop. Hier sollte man aber wirklich Ahnung haben.

Wie bei jedem Handwerk gilt: Es gibt den Beruf aus einem guten Grund, denn ein Röstmeister braucht Intuition und Erfahrung. Er entscheidet für jeden einzelnen Kaffee über die Röstkurve inkl. der einzelnen Einflussfaktoren wie Temperatur, Drehzahl, Luft und Dauer. Nach jedem Sample Rösten wird durch Cupping das Ergebnis bewertet, bevor die Röstung für diesen einen Kaffee optimiert wird.

Wie immer gilt aber auch: Geschmäcker sind verschieden und wer Spaß daran entwickelt seinen Kaffee selbst zu rösten, kann seine Leidenschaft vielleicht irgendwann zur Profession machen.

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